Das Wichtigste in einer Minute
Google lehnt Ihre Anzeigen nicht wegen eines Fehlers auf Ihrer Website ab, sondern wegen Ihrer Branche. Unabhängige Reparaturdienste für Handys, Tablets und Computer fallen unter die Google-Richtlinie «Third-party consumer technical support» und dürfen für Reparaturen grundsätzlich nicht werben, auch wenn sie seriös sind und echte Filialen haben.
Mitbewerber, die trotzdem Anzeigen schalten, bewerben in der Regel nicht die Reparatur, sondern Produkte und Abos, die erlaubt sind. Diesen Weg können Sie auch gehen. Zusätzlich hat Ihre Website mehrere Mängel, die bei jeder Prüfung durch Google negativ auffallen und die Sie unabhängig davon beheben sollten.
Warum Google Ihre Anzeigen ablehnt
Die Richtlinie «Third-party consumer technical support» (Technischer Support durch Drittanbieter)
Google führt eine Liste von Branchen, die als besonders missbrauchsanfällig gelten. Seit 2018 gehört dazu auch technischer Support für Endkunden-Technik, der nicht vom Hersteller selbst kommt. Auslöser waren betrügerische «Microsoft-Support»-Hotlines und ähnliche Maschen. Die Sperre trifft aber auch seriöse Reparaturgeschäfte.
Technischer Support von Drittanbietern für Endkunden-Technik, online wie offline. Google nennt als Beispiele ausdrücklich Hardware-Reparaturen, Datenrettung, Virenentfernung, Passwort- und Konto-Wiederherstellung, Installationen und Wartung.
- Verkauf von Technik-Produkten: auch dann, wenn die Zielseite Navigationslinks zu Support-Bereichen enthält.
- Technischer Support ausschliesslich für Unternehmen: also reine B2B-Angebote.
Was «Drittanbieter» bedeutet
Drittanbieter ist jeder, der nicht selbst Hersteller des Geräts ist. Repair And Shop repariert Geräte von Apple, Samsung, Google und weiteren Marken, ist also aus Sicht von Google ein Drittanbieter.
Gibt es ein Verifizierungsverfahren?
Google hatte 2018 angekündigt, ein Prüfverfahren für seriöse Anbieter einzuführen. Dieses Verfahren wurde nach allen verfügbaren Berichten nie umgesetzt. Ein Einspruch («Appeal») gegen die Ablehnung ist möglich, hat bei reinen Reparatur-Anzeigen aber kaum Aussicht auf Erfolg, solange die Richtlinie unverändert gilt.
Das Ziel ist nicht, die Reparatur-Werbung «durchzubringen», sondern erlaubte Angebote (Shop, B2B) sauber von den Reparaturen zu trennen und diese gezielt zu bewerben.
Was iReparatur.ch anders macht
Vergleich der Startseiten, Stand 21.–22. Oktober 2026
iReparatur.ch unterliegt derselben Richtlinie. Der entscheidende Unterschied: Das Unternehmen ist auf seiner Website deutlich breiter aufgestellt als ein reiner Reparaturdienst und hat damit mehrere Geschäftsbereiche, die beworben werden dürfen.
| Bereich | iReparatur.ch | repairandshop.ch | Werbefähig? |
|---|---|---|---|
| Reparaturen | Ja | Ja | Nein |
| Zubehör-Shop | Ja, mit eigenem Shop | Menüpunkte vorhanden, Links führen ins Leere | Ja |
| An- und Verkauf gebrauchter Geräte | Ja, über remarket.ch | Nein | Ja |
| Mobilfunk- und Internet-Abos | Ja (Quickline) | Nein | Ja |
| Eigene Firmenkunden-Seite | Ja | Nein | Ja, wenn ausschliesslich B2B |
| Herstellerlogos auf der Seite | Keine | Apple-Logo mit «Independent Repair Provider» | – |
| Garantie klar beschrieben | 12 Monate Original, 3 Monate Premium, Ausschlüsse genannt | «Schweizer Garantie», im Tool 6 Monate, keine Details | – |
| Impressum, AGB, Datenschutz im Footer | Ja | Auf der Startseite nicht gefunden, bitte prüfen | – |
| Ersatzteil-Qualität transparent | Original vs. Premium/Soft-OLED erklärt | Widersprüchlich («Originalteile» vs. «hohe Qualität») | – |
Welche Anzeigen iReparatur.ch tatsächlich schaltet, ist von aussen nicht direkt sichtbar. Sie können dies selbst im Google Ads Transparency Center prüfen, indem Sie nach «iReparatur» suchen. Wahrscheinlich bewerben sie Verkauf, Ankauf und Abos. Google setzt die Richtlinie zudem nicht immer einheitlich durch.
Massnahmen-Checkliste
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A. Schnelle Korrekturen (ca. 1 Stunde)
- Problem
- Im mobilen Menü ist der Text «Set your categories menu in Header builder → Mobile → Mobile menu element → Show/Hide → Choose menu» sichtbar.
- Lösung
- Im Theme unter Header Builder → Mobile das Kategorien-Menü zuweisen oder das Element ausblenden.
- Problem
- Im Reparatur-Popup werden Preise in US-Dollar angezeigt. Das wirkt unseriös und widerspricht den CHF-Angaben in der Buchungsübersicht.
- Lösung
- Währungssymbol im Plugin bzw. Popup-Template auf CHF umstellen.
- Problem
- Klingt nach Support-Hotline, genau dem Muster, gegen das sich die Google-Richtlinie richtet. Zudem sind die Filialen nicht rund um die Uhr erreichbar.
- Lösung
- Ersetzen durch «Kontakt» oder die Öffnungszeiten, z. B. «Mo–Sa 10–20 Uhr».
- Problem
- Das Apple-Logo wird direkt von Wikimedia eingebunden. Ohne offizielle Teilnahme am Apple-Programm ist das ein Markenrechts-Risiko und gilt bei Google als irreführend.
- Lösung
- Nur behalten, wenn Sie nachweislich im Programm registriert sind (dann gemäss Apple-Vorgaben darstellen). Andernfalls Logo und Text entfernen.
- Problem
- Im Abschnitt «iPhone & Handy Reparatur Bern» ist die Google-Maps-Karte der Filiale Interlaken eingebunden.
- Lösung
- Einbettungscode der Filiale Bern (Neuengasse 7) aus Google Maps einsetzen.
- Fundstellen
- «iPad Standart» → Standard · «Alle iPhone Modellen» und «Andere Modellen» → Modelle · «Nokia Reperatur» → Reparatur
B. Inhalte und Struktur (1 Woche)
- Problem
- Zahlreiche Menüpunkte führen nirgendwohin. Google wertet nicht funktionierende Ziele als Qualitätsmangel («Destination not working»).
- Betroffen
- iPhone-Serien im Desktop-Menü · iPad Pro/Air/Mini · Surface Go/Book/Laptop · Lenovo, Acer, HP, Dell · Apple-Watch-Modelle · «Termin buchen», «Preise anfragen», «Walk-in Reparatur», «Express Service», «Garantie Information» · alle Zubehör-Links
- Lösung
- Jeden Punkt auf eine echte Seite verlinken oder aus dem Menü löschen. Lieber ein kleineres Menü, das vollständig funktioniert.
- Problem
- Biel, Luzern, Fribourg, Basel und Emmenbrücke stehen im Menü unter «Filialen» bzw. «Weitere Standorte». Laut Ihrem eigenen Text sind das aber nur Postreparatur-Gebiete ohne Werkstatt. Das ist irreführend.
- Lösung
- Unter «Filialen» nur die 4 echten Standorte (La Chaux-de-Fonds, Neuchâtel, Bern, Interlaken). Die übrigen Orte unter einem eigenen Punkt «Reparatur per Post» aufführen.
- Problem
- In der Kopfzeile steht +41 32 926 14 34, im Hauptbereich 031 333 60 00. Für Besucher ist unklar, welche Nummer gilt.
- Lösung
- Eine zentrale Nummer in Kopfzeile und Hero, die Filialnummern klar bei der jeweiligen Filiale.
- Problem
- Auf der deutschen Seite ist das Reparatur-Popup englisch: «Choose Device Type», «Book repair», «Visit a store», «Get in touch» usw.
- Lösung
- Texte im Plugin übersetzen bzw. mit WPML als übersetzbare Strings registrieren.
- Problem
- Deutsche Seiten verlinken auf französische Unterseiten (z. B. Wasserschaden →
/degats-des-eaux-smartphone/,/fr/reparation-iphone//mit doppeltem Schrägstrich, Kontaktformular →/fr/contact/). - Lösung
- Alle Links auf deutschen Seiten auf die deutschen Entsprechungen umstellen.
- Problem
- Die Meta-Beschreibung (der Text in den Google-Suchergebnissen) verspricht «Originalteile», auf der Seite steht «Ersatzteile in hoher Qualität».
- Lösung
- Wie iReparatur klar unterscheiden: «Original» und «Premium/kompatibel», mit jeweiligem Preis und Garantie. Meta-Beschreibung anpassen.
- Fundstellen
- «Offizielle Kostenvoranschläge» → «Kostenvoranschläge für Versicherungen» · «Software- & Hardware-Diagnose» → «Diagnose»
- Grund
- «Offiziell» suggeriert einen Herstellerbezug. «Software» rückt die Seite näher an den gesperrten Tech-Support.
- Problem
- «Über 2'000 Kundenbewertungen» steht ohne Quelle.
- Lösung
- Auf Ihr Google-Bewertungsprofil verlinken oder ein Bewertungs-Widget einbinden.
- Fundstellen
-
og:localeistde_DE→ de_CH ·og:titleist nur «repairandshop.ch» → aussagekräftigen Titel setzen ·user-scalable=noim Viewport entfernen (Zoomen ermöglichen, Barrierefreiheit) · «Login / Register» verweist auf?page_id=12→ prüfen oder entfernen
C. Pflichtangaben und Vertrauen
- Inhalt
- Vollständiger Firmenname mit Rechtsform, Postadresse, E-Mail, Telefon, UID-/MWST-Nummer, Handelsregistereintrag (falls vorhanden), verantwortliche Person.
- Grund
- In der Schweiz für Online-Angebote vorgeschrieben (UWG Art. 3 Abs. 1 lit. s). Google prüft Transparenz im Rahmen der Richtlinie gegen falsche Darstellung.
- Inhalt
- Welche Daten erfasst werden (Buchungsformular, WhatsApp, Google Maps, Facebook-Pixel/Domain-Verifikation, Analytics), Zweck, Empfänger, Rechte der Betroffenen.
- Inhalt
- Garantiedauer je Ersatzteil-Qualität, was abgedeckt ist, Ausschlüsse (Glasbruch, Sturz, Wasser), Ablauf im Garantiefall, Haftung für Daten. Vorlage in Abschnitt 4.
- Lösung
- Kurzer Hinweis, dass Sie ein unabhängiger Reparaturdienst sind und Markennamen nur zur Beschreibung dienen. Vorlage in Abschnitt 4.
D. Neue Bereiche für Google Ads
- Umfang
- Echte Produktseiten für Ladegeräte, Kabel, Hüllen, Panzerglas, Kameraschutz. Preise in CHF, Warenkorb, Versand- und Abholoptionen. WooCommerce ist auf der Website bereits aktiv.
- Wichtig
- Auf Shop-Seiten das Reparatur-Popup und die Buchungsbuttons ausblenden. Reparatur darf nur als normaler Menüpunkt erscheinen. Keine Reparaturpreise auf Shop-Seiten.
- Struktur
- z. B.
/shop/,/shop/panzerglas/,/shop/ladegeraete/,/shop/huellen/
- Umfang
- Eigene Seite, z. B.
/firmenkunden/, mit dem klaren Satz, dass sich das Angebot ausschliesslich an Unternehmen richtet. Formular mit Pflichtfeldern Firmenname und UID. Keine Endkunden-Preise, kein Endkunden-Buchungstool. Vorlage in Abschnitt 4. - Hinweis
- Ob Google diese Ausnahme bei einer Website mit Endkunden-Angebot akzeptiert, ist nicht garantiert. Testen Sie es mit einer separaten Kampagne.
- Umfang
- Falls Sie Geräte an- und verkaufen, eigene Seiten mit Angeboten und Preisen. Der Verkauf von Technik ist werbefähig.
Textvorlagen zum Kopieren
Platzhalter in [eckigen Klammern] bitte ersetzen.
Anzeigen-Vorschläge für den Zubehör-Shop
Erst schalten, wenn der Shop aus Abschnitt 3D online ist.
Grundregeln
- Anzeigen führen nur auf Shop-Seiten, nie auf die Startseite oder Reparaturseiten.
- In Anzeigentext, Keywords und Sitelinks keine Wörter wie Reparatur, reparieren, Display-Tausch, Akkuwechsel, Support, Hilfe, Datenrettung, Entsperren.
- Diese Wörter als auszuschliessende Keywords in der Kampagne hinterlegen.
- Markennamen wie iPhone oder Galaxy zur Beschreibung kompatibler Produkte sind meist zulässig, können aber von Markeninhabern eingeschränkt werden. Bei Ablehnungen auf neutrale Begriffe ausweichen (z. B. «Smartphone»).
Beispiel-Anzeigen (Responsive Search Ads)
Bausteine für die Kampagne
| Typ | Text | Zeichen |
|---|---|---|
| Titel | Handyzubehör in Bern | 20 / 30 |
| Titel | Panzerglas für iPhone & Galaxy | 30 / 30 |
| Titel | USB-C Schnellladegeräte | 23 / 30 |
| Titel | Hüllen für alle Modelle | 23 / 30 |
| Titel | Jetzt im Shop bestellen | 23 / 30 |
| Titel | Abholung in 4 Filialen | 22 / 30 |
| Titel | Schneller Versand in der CH | 27 / 30 |
| Beschreibung | Panzerglas und Kameraschutz für aktuelle Modelle. Online bestellen oder abholen. | 80 / 90 |
| Beschreibung | Ladegeräte, Kabel und Powerbanks für Smartphone, Tablet und Laptop. | 67 / 90 |
| Beschreibung | Filialen in Bern, Interlaken, Neuchâtel und La Chaux-de-Fonds. Jetzt Zubehör entdecken. | 87 / 90 |
Auszuschliessende Keywords (Auswahl)
reparatur reparieren defekt kaputt display tauschen akku wechseln support hilfe datenrettung entsperren passwort réparation repair
Google Business Profile: Ihr wichtigster Gratis-Kanal
Bei Suchen wie «Handy Reparatur Bern» zeigt Google vor allem Einträge aus Google Maps. Dort gilt die Werbesperre nicht. Für ein Reparaturgeschäft ist das deshalb der wirksamste Kanal.
- Für jede der 4 Filialen ein eigenes, verifiziertes Profil mit korrekter Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten (auch Feiertage).
- Hauptkategorie «Handy-Reparaturdienst», dazu passende Nebenkategorien (z. B. Computer-Reparaturdienst, Handyzubehörgeschäft).
- Leistungen mit Preisen eintragen (Display, Akku, Kostenvoranschlag für Versicherung).
- Fotos: Ladenfront, Werkstatt, Team, mindestens 10 pro Filiale, regelmässig ergänzen.
- Bewertungen aktiv anfragen (z. B. QR-Code an der Kasse, Link in der Abhol-SMS) und jede Bewertung beantworten.
- Beiträge wöchentlich: Aktionen, neue Zubehör-Produkte, Tipps.
- Profil-Link auf Ihre jeweilige Filialseite setzen, nicht nur auf die Startseite.
Umsetzungsplan
- Tag 1 · ca. 1 StundeSchnelle Korrekturen aus Abschnitt 3A: Platzhaltertext, Währung, «24 Support», Apple-Logo, Bern-Karte, Rechtschreibung.
- Woche 1Inhalte bereinigen (3B): tote Links, Filialliste, Telefonnummern, Übersetzung des Buchungstools, Formulierungen.
- Woche 1–2Pflichtangaben (3C): Impressum, Datenschutz, AGB, Garantieseite, Disclaimer.
- ParallelGoogle Business Profile aller 4 Filialen optimieren (Abschnitt 6).
- Woche 2–4Zubehör-Shop aufbauen und mit kleinem Budget eine Shop-Kampagne starten (Abschnitt 5).
- Woche 4–6Firmenkunden-Seite veröffentlichen und separat testen.
Grenzen dieser Analyse
- Analysiert wurde die Startseite von repairandshop.ch inklusive Menü und Buchungs-Popup. Unterseiten konnten nicht automatisch geprüft werden, da die Website automatische Zugriffe blockiert. Die gefundenen Muster (tote Links, Sprachmix) betreffen vermutlich auch Unterseiten.
- Impressum, Datenschutz und AGB waren auf der Startseite nicht auffindbar. Möglicherweise existieren sie, sind aber nicht verlinkt.
- Die genauen Anzeigen von iReparatur.ch sind nicht bekannt. Der Vergleich beruht auf deren öffentlicher Website.
- Google-Richtlinien ändern sich. Massgebend ist immer die aktuelle Fassung im Google Ads Policy Center. Dieser Bericht ist keine Rechtsberatung.
Quellen
- Google Ads Policy: Other restricted businesses – Third-party consumer technical support
- Search Engine Journal: Google Ads Restrictions Are Impacting Third-Party Tech Support Providers
- Engadget: Thank Google for making it harder to find a phone-repair service
- The Register: Google ban on tech support ads
- repairandshop.ch (Startseite, abgerufen am 21.10.2026)
- ireparatur.ch (Startseite, abgerufen am 21.10.2026)
- Google Ads Transparency Center